Bernau (moz) Mit M.O.B.I.L.I.S. wollen Krankenkassen, Ärzte und Bundestagsabgeordnete dem Übergewicht zu Leibe rücken. Es gilt als Hauptverursacher von schweren Herz-Kreislauferkrankungen oder Diabetes. Darüber informierte Oberarzt Dr. Thomas Schau in einem Pressegespräch zur Eröffnung des zweiten Adipositas-Schulungsprogramms in Bernau, das im September beginnt und für das sich Interessierte noch melden können. |
| Wer mitmacht, wird rundum gecoacht, um seine Pfunde loszuwerden. Besonders Frustessern dürfte die psychologische Begleitung helfen. Ärzte untersuchen die Teilnehmer zum Beginn in der Mitte und zum Schluss. Dazu kommt als einer der Hauptpunkte die Bewegung. Unter Leitung eines Trainers wird beispielsweise mehrmals die Woche nordisch gewalkt. Vervollständigt wird das Programm durch Ernährungsberatung, in der erklärt wird, warum frisches Gemüse und Obst, Vollkornprodukte sowie naturbelassene Öle Vorrang gegenüber den bisher bevorzugten Speisen, wie Weißmehlbrötchen und anderen bekannten Dickmachern haben. Während im ersten Halbjahr Betreuung und Anleitung der Teilnehmer überwiegen, sind es in der 2. Hälfte die eigenverantwortliche Aktivitäten.
Das Ganze gibt es bundesweit und für ein Jahr zum Preis von 810 Euro, der im Voraus zu entrichten ist. Wer das Programm konsequent durchzieht, für den reduzieren sich die Gesamtkos-ten auf 100 Euro. Das Übrige finanzieren die Krankenkassen. Und zwar deshalb, weil sich die Investition lohnt, da auf diese Weise dazu beigetragen wird, die viel teureren Herz-Kreislaufkrankheiten zu verhindern, erklärt Sven Rattunde, Bezirksgeschäftsführer der BARMER.
Die Schirmherrschaft für das Schulungsprogramm am Evangelisch-Freikirchlichen Krankenhaus und Herzzentrum Brandenburg in Bernau hat der Bundestagsabgeordnete Hans-Georg von der Marwitz. Als die Anfrage kam, ob er die Schirmherrschaft übernimmt, hat er zugestimmt, weil es Hilfe zur Selbsthilfe ist. „Ich mach gern mit, weil ich weiß, wie schnell man im Stress in den alten Trott verfallen kann.“ Die Initiative für das Programm und die wissenschaftlich Begleitung kommt vom Universitätsklinikum Freiburg und der Deutschen Sporthochschule Köln.
Es gibt einige Krankheiten, die die Teilnahme am Programm ausschließen. Eine weitere Voraussetzung ist ein Bodymaßindex (BMI) zwischen 30 und 40. Der errechnet sich, in dem das Körpergewicht (in Kilogramm) durch das Quadrat der Körpergröße (in Metern) geteilt wird.
Ach, ja. Und was heißt das Kunstwort M.O.B.I.L.I.S. eigentlich genau? Die Abkürzung steht für multizentrisch organisierte bewegungsorientierte Initiative zur Lebensstiländerung in Selbstverantwortung. Man könnte aber auch lateinisch herangehen. Mobilis bedeutet beweglich.
M.O.B.I.L.I.S. gefördert von der Deutschen Diabetes-Stiftung DDS
www.diabetes-risiko.de/mobilis.html www.mobilis-programm.de
Brigitte Horn 08.07.2010 20:06 Uhr Red. Bernau, bernau-red@moz.de
VON: SVB |